Sildenafil

Sildenafil

24.03.2017

Sildenafil ist der aktive Wirkstoff in Viagra. Die Substanz wird zur Behandlung von erektiler Dysfunktion eingesetzt. Sildenafil verbessert die Durchblutung in den Penis und ermöglicht betroffenen Männern dadurch eine Erektion zu erreichen. Da Sildenafil keine luststeigernde Substanz ist, erreicht sie ihre Wirkung lediglich in Kombination mit sexuellen Reizen.

Was ist Sildenafil?

Das verschreibungspflichtige Medikament Viagra erhielt 1998 die Zulassung zur Therapie erektiler Dysfunktionen. Damit etablierte der Hersteller Pfizer mit Viagra das erste Präparat der Wirkstoffklasse der PDE-5-Hemmer.

Ursprünglich wurde das Arzneimittel zur Therapie von Herzerkrankungen entwickelt. Die positive Wirkung auf die männliche Erektion entdeckten die Forscher während der Testphase von Sildenafil.

Darüber hinaus ist der Wirkstoff seit dem Jahr 2006 zur medikamentösen Behandlung von Pulmonaler arterieller Hypertonie (Lungenhochdruck) zugelassen.

Nach Ablauf des Patents ist Sildenafil auch in anderen rezeptpflichtigen Präparaten enthalten. Die sogenannten Generika weisen dieselbe Dosis (25 mg, 50 mg, 100 mg) als auch Wirkungsweise auf. Im Gegensatz dazu sind diese im Vergleich zu Viagra kostengünstiger.

Sildenafil ist nur anzuwenden, wenn eine erektile Dysfunktion ärztlich diagnostiziert wurde.

Wie wirkt Sildenafil?

Aufgrund seiner Wirkungsweise gehört Sildenafil zur Wirkstoffgruppe der Phosphodiesterase Typ 5 Hemmer (PDE 5 Hemmer).

Sobald eine sexuelle Erregung auftritt, erfolgt die Freisetzung von Stickoxyd (NO) in den Schwellkörpern. NO aktiviert ein Enzym, welches für die Bildung des Enzyms cGMP verantwortlich ist. cGMP ermöglicht das Erschlaffen der glatten Muskeln des Schwellkörpers, wodurch sich der Blutzustrom erhöht und eine Erektion möglich wird. Gleichzeitig werden die Venen zugedrückt, damit das Blut nicht aus dem Penis abfließen kann.

Das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) baut nach der Ejakulation cGMP ab, wodurch das Blut wieder aus dem Penis abfließt und das Glied erschlafft. Leidet ein Mann an Impotenz, wird PDE-5 frühzeitig ausgeschüttet, sodass die Erektion nicht ausreichend hart wird oder nicht für befriedigenden Geschlechtsverkehr aufrecht erhalten werden kann.

An dieser Stelle tritt die Wirkungsweise von Sildenafil zutage. Der PDE-5 Hemmer verhindert die frühzeitige Produktion von PDE-5. Folglich verlängert sich die Wirkung des natürlichen Enzyms cGMP. Hinzu kommt, dass bei anhaltender, sexueller Stimulation eine Anreicherung von cGMP im Schwellkörper erfolgt.

Die Ausführungen zur Wirkungsweise Sildenafils entkräften die bis dato vereinzelt präsenten Mythen zu PDF-5 Hemmern. Einerseits erzeugt Sildenafil keine Erektion, sondern verbessert die Dauer und Stärke dieser. Hinzu kommt, dass der Wirkstoff nur aufgrund sexueller Stimulation aktiv wird. Eine entspannte Atmosphäre ist empfehlenswert.

Zu beachten gilt weiterhin, dass die Anwendung von Sildenafil nicht in jedem Fall zur erwünschten Wirkung führt. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass jene Nervenstrukturen intakt sein müssen, welche für die Erektion verantwortlich sind. Entsprechend ist eine ärztliche Konsultation vor Einnahme des PDE-5-Hemmers notwendig.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Wirkung Sildenafils nach circa 30 bis 60 Minuten ab dem Zeitpunkt der Einnahme eintritt. Sie hält durchschnittlich vier bis fünf Stunden an. Nach drei bis fünf Stunden ist die Halbwertzeit des PDE-5-Hemmers erreicht. Innerhalb dieser Zeitspanne verringert sich die Wirkstoffkonzentration im Blut um 50 Prozent.

Weiter kann die Wirkungsweise Sildenafils durch fettreiche Mahlzeiten ungünstig beeinflusst werden. Frühestens 30 Minuten nach dem Essen ist der Wirkstoff einzunehmen.

Fachärzte unterstreichen in diesem Zusammenhang, dass bei rund 30 Prozent aller Patienten eine medikamentöse Behandlung mit Potenzmitteln wie beispielsweise Viagra nicht zielführend ist. Ob dies auf den jeweiligen Einzelfall zutrifft, lässt sich nur bestätigen, wenn mindestens zwei unterschiedliche Präparate (Wirkstoffe) nach jeweils vier bis sechs Anwendungen nicht wirken.

In Absprache mit dem betreuenden Arzt kommt vereinzelt eine Erhöhung der verordneten Sildenafil Dosis infrage, wenn keine kardiovaskulären Vorerkrankungen vorliegen.

Sildenafil verursacht vereinzelt Nebenwirkungen

Obwohl Sildenafil ein gut verträglicher Wirkstoff ist, kann es nach der Einnahme zu Nebenwirkungen kommen. Häufig berichten Männer von Hitzegefühl, Kopfschmerzen, Rötung des Oberkörpers (Flush), Verdauungsstörungen oder Durchfall.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung verursacht Sildenafil nur sehr selten Nebenwirkungen wie eine Dauererektion oder Blausehen.

Sollte dennoch ein Priapismus (Dauererektion) auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, denn es handelt sich hierbei um einen medizinischem Notfall. Ausgelöst wird der Priapismus durch einen verminderten Abfluss des Blutes nach einer Ejakulation.

Blausehen entsteht dadurch, dass Sildenafil in manchen Fällen nicht nur PDE-5 sondern auch PDE-6 hemmen kann. Dieses Isoenzym kommt in der Netzhaut des Auges vor und kann bei der Einnahme von Sildenafil zu einer mit blauem Schleier belegten Sicht führen.


Weiterlesen:

  1. Gelbe Liste – Präparate mit dem Bestandteil Sildenafil
  2. Pharmazeutische Zeitung – Arzneitmittel Sildenafil
  3. 121doc – Viagra Wirkung: Aktiver Wirkstoff Sildenafil

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