Ausgebrannt – Wie Sie Burnout verhindern können

Ausgebrannt – Wie Sie Burnout verhindern können

18.07.2017

Ratgeber: Ausgebrannt – Wie Sie Burnout verhindern können

© fizkes/ Shutterstock

Heutzutage soll man jederzeit erreichbar sein – sei es per Telefon, Smartphone oder E-Mail. Nur schnell noch eine E-Mail beantworten, dann wird der Laptop zugeklappt. Nur mal eben vorm Ins-Bett-Gehen einen Artikel für die Arbeit zu Ende lesen. Mit diesen Aussagen tragen immer mehr Menschen ihre Arbeit mit nach Hause, wodurch sie weder Arbeits- noch Privatleben trennen, geschweige denn richtig abschalten können. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass dieses Verhalten die Ursache für das schlappe, ausgelaugte sowie überarbeitete Gefühl ist. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht selten um die ersten Anzeichen für das als Volkskrankheit bezeichnete Burnout. Erfahren Sie hier, mit welchen Präventionsmaßnahmen Sie Burnout vorbeugen können!


Das Risiko Burnout

Erwiesenermaßen gibt es einige spezielle Berufsgruppen, bei denen im Laufe der letzten Jahre eine höhere Zahl an Erkrankten festgestellt worden. Dazu zählen unter anderem:

  • Lehrer
  • Ärzte
  • Polizeibeamte
  • Sozialarbeiter
  • Pflegekräfte

Das liegt in erster Linie daran, dass diese Menschen beinahe permanent verschiedenen Extremsituationen ausgesetzt sind, die den Stresslevel deutlich erhöhen. Ebenso anfällig sind allerdings auch Arbeitnehmer in höheren Positionen, die neben mehr Verantwortung, außerdem einen erhöhten Arbeitsaufwand sowie größeren Leistungsdruck aufweisen.  Nichtsdestotrotz kann es jede Berufsgruppe treffen und sich nicht nur auf ein paar ausgewählte Branchen eingrenzen lassen.

Burnout ist kein plötzlich auftretender Zustand, sondern eher ein schleichender Prozess, der viel zu oft verharmlost oder runtergespielt wird. Symptome wie auftretende Schlafstörungen werden einfach dem aktuell erhöhten Stress zugeschoben, Müdigkeit sowie Kraftlosigkeit resultieren aus den Schlafstörungen – ein unendlicher Kreislauf, der in schlimmeren Fällen folgende Auswirkungen bewirken kann:

  • Sexuelle Unlust bzw. Verlust der Libido
  • Versagensängste bzw. Gefühl des permanenten Versagens
  • Depressionen
  • Stimmungsschwankungen
  • Im schlimmsten Fall: Suizidgedanken

Sabbatical gegen Burnout

Immer mehr Arbeitnehmer entscheiden sich bewusst für eine Auszeit, bevor die Krankheit sie vollends im Griff hat. Diese längere Pause vom Berufsalltag wird allgemein Sabbatjahr oder Sabbatical genannt. Innerhalb dieses Zeitraums können sich Betroffene den Dingen widmen, die ihnen gut tun. Dazu zählen beispielsweise:

  • Mehr Konzentration auf sich selbst, z.B. durch Sport, Meditation, Lesen eines Buches, Lernen einer Sprache.
  • Mehr Zeit mit der Familie. Nicht selten zerbrechen Beziehungen oder gar ganze Familien an Burnout, weil es nicht rechtzeitig erkannt wird und Freunde sowie Verwandte schlichtweg nicht wissen, wie sie mit dem Betroffenen und dessen Verhalten umgehen sollen.
  • Eine Weltreise. Nicht selten nutzen gestresste Menschen die Gelegenheit, eine lang ersehnte Reise anzutreten. Schließlich haben sie während des Sabbaticals endlich ausreichend Zeit, um eine Reise in nahe oder ferne Länder zu unternehmen.

Diese Auszeit vom Beruf dient in erster Linie dem Stressabbau. Interessant am Sabbatical ist, dass der Arbeitnehmer direkt im Anschluss seine vorherige Anstellung zurück erhält. Hier erfahren Sie, wie die rechtlichen Regelungen zu diesem Thema sind.

 

Stressquellen am Arbeitsplatz identifizieren

Wer das Aufkommen zu großen Stresses verhindern will, sollte früh damit beginnen, potenzielle Stressquellen zu erkennen und etwas gegen sie zu unternehmen. Selbstverständlich ist dies nicht immer möglich. Doch mit ein paar wenigen Veränderungen im Arbeitsalltag kann das Stressrisiko enorm gesenkt werden:

   1. Setzen Sie sich realistische Ziele
Wer zu hoch hinaus will und das bestenfalls innerhalb kürzester Zeit erreichen möchte, wird schnell merken, dass man sich unnötig mehr Stress macht, als eigentlich notwendig ist. Dagegen hilft es, wenn Sie direkt am Morgen eine Auflistung der Dinge erstellen, die im Laufe des Tages erledigt werden müssen. Anschließend gilt es, ausreichend Zeit sowie einen kleinen Puffer einzuplanen und alles nach und nach abzuarbeiten. Auf jeden Fall nicht zu viel auf einmal. Dies führt bereits zum nächsten Punkt:

   2. Zeitmanagement:
Betroffene sollten die angesammelte Arbeit einerseits nach Wichtigkeit, andererseits nach Dringlichkeit auf verschiedenen „Stapeln“ ordnen. Die Aufgaben, die sich überschneiden, müssen zuerst erledigt werden. In der Planung sollten Sie allerdings ebenfalls an regelmäßige Auszeiten denken, in denen Sie sich einen Kaffee holen oder ein paar leichte Übungen machen.

   3. Setzen Sie sich bewusst Grenzen
Es gibt immer jemanden, der die Tätigkeiten ebenso gut erledigen könnte, wie Sie. Lernen Sie rechtzeitig, „Nein“ zu sagen und sich nicht alle Aufgaben der Arbeitskollegen aufzuhalsen.

   4. Erstellen Sie eine Stress- oder Belastungstabelle

Dies wird Ihnen dabei helfen, verschiedene Stressauslöser rechtzeitig zu erkennen. Gleichzeitig macht es deutlich, welche Verhaltensmuster sie in Bezug auf Stresssituationen Sie an den Tag legen. Dadurch können Sie sehr schnell auf bestimmte Symptome reagieren.

 

 

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Eine gesündere Lebensweise pflegen

Eine Ernährungsumstellung oder kleine Veränderungen im Alltag können wahre Wunder bewirken. Es ist unter anderem wichtig, dass Sie auf ausreichend Schlaf achten. Experten empfehlen, nicht später als um 22 Uhr ins Bett zu gehen und bereits zwei Stunden vorher den Laptop sowie das Smartphone auszuschalten. Außerdem sollten Sie auf Konsummittel wie Nikotin, Alkohol und Koffein vorm Zubettgehen ebenfalls verzichten.

Diese wirken aufregend auf den Körper und verhindern einen tiefen, erholsamen Schlaf. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie auf eine gesunde Ernährung achten, indem Sie abends leichte Mahlzeiten zu sich nehmen und das Essen mal eben zwischendurch versuchen zu vermeiden. Zusätzliche Bewegung wie ein Abendspaziergang hilft ebenfalls beim Stressabbau.

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