Postnatale Depression – Was nun?

Postnatale Depression – Was nun?

18.08.2017

Ratgeber: Postnatale Depression – Was nun?

Pixabay © Free-Photos (CC0 creative commons)

Sie fühlen sich pausenlos niedergeschlagen? Sie leiden unter Appetit und Schlaflosigkeit? Sie finden sich oft in Situationen, in denen Sie am liebsten weinen möchten? Sie machen sich permanent Sorgen um die Zukunft? Sie sind häufig am Grübeln, ob sie eine gute Mutter sein werden? Wenn Sie diese Probleme kennen, sollten Sie zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Depression ist eine Krankheit, die einer Behandlung bedarf und nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Statistiken zufolge betrifft die postnatale Depression, oder auch Wochenbettdepression genannt, 10–15% der jungen Frauen.

Lassen Sie sich helfen

Nachdem Sie festgestellt haben, dass Sie vermutlich unter Depressionen leiden, sollten Sie sich an jemand Vertrauten wenden, mit dem Sie über Ihre Probleme reden können. Nicht nur der Hausarzt, sondern auch Freundin, Mutter, oder Lebenspartner können Ihnen helfen, diese harte Zeit durchzustehen. Sie sind nicht allein und brauchen sich für nichts zu schämen.

Möglichkeiten, der Depression entgegenzuwirken, sind beispielsweise viel Ruhe, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung. Vermeiden Sie Stress und versuchen Sie, gut mit sich selbst umzugehen. Umgehen Sie große Belastungen sowie Verantwortung und belohnen Sie sich selbst für kleine positive Dinge und Erfolge.

Wenn die Depression schon tiefer sitzt, besteht auch die Möglichkeit, sich direkte medizinische Hilfe zu suchen. Eine Kur für Mutter und Kind ist eine Option, die gerne außer Acht gelassen wird, jedoch viel zur Genesung einer Depression beitragen kann.

Warum ausgerechnet eine Kur?

Neben der medizinischen Betreuung werden Sie psychotherapeutisch begleitet, zudem erhalten Sie eine Bewegungstherapie und Lebensberatung für den Alltag. Außerdem stehen eine Ernährungsberatung und verschiedene Techniken zur Entspannung im Angebot.

In einer Kurklinik wird sich rund um die Uhr um Sie gekümmert und Sie können sich voll und ganz auf Ihre Erholung fokussieren. Bei der möglichen Wahl einer Kurklinik sollten Sie jedoch einige Dinge beachten, zum Beispiel, ob es sich um eine stationäre Therapie oder eine Tagesklinik handeln soll oder welche Kurkliniken eine Mutter-Kind-Kur anbieten.

Stationäre Therapie oder Tagesklinik?

Vorteil einer stationären Therapie ist der Abstand zum Alltag. Zur Erholung und Genesung kann ein dauerhafter Tapetenwechsel helfen. Bei schweren und chronischen Verläufen ist von einer Tagesklinik abzuraten, da bei Depressionen die tägliche Fahrt eine enorme Belastung darstellen kann. Denn Depressionen können zu Antriebslosigkeit führen, durch die lange Wege oft wie ein unüberwindbares Hindernis erscheinen.

Der Vorteil einer Tagesklinik kann jedoch der Einbezug des Ehemanns und der Rest der Familie sein. Da ein größerer Bezug zum Alltag vorhanden ist, können Angehörige besser in die Therapie miteinbezogen werden.

Für was Sie sich auch entscheiden, wenn die Kur beendet ist, sollten Sie im Anschluss unbedingt eine ambulante Therapie fortführen, um den Erfolg zu festigen. Die Klinik wird Ihnen beim Aufsuchen eines geeigneten Therapeuten gern behilflich sein.

Vor dem Kurantritt

Bevor Sie in Kur gehen, sollten Sie natürlich die Planung mit Ihrer Familie vorher besprechen. Laut wittweiden.de wird empfohlen sich eine Checkliste zu erstellen und so zum Beispiel neben den täglichen Medikamenten, auch an Impfpass sowie Fieberthermometer zu denken und eventuell auch Lernmaterialien für Übungen mitzubringen. Für die Reiseapotheke empfiehlt sich u.a. Pflaster, Wund- und Heilsalben, Desinfektion Spray und Insektenschutzmittel abhängig davon, wo Ihre Klinik stationiert ist. In der Regel dauert eine Mutter-Kind-Kur bis zu 3 Wochen, also sollte die Länge des Zeitraumes mitberücksichtigt werden.

In der Regel dauert eine Mutter-Kind Kur bis zu 3 Wochen, also versuchen Sie, die Länge des Zeitraums zu berücksichtigen. Wichtig ist, dass Sie während der Kur abschalten und sich komplett auf die Therapie und Ihr Kind fokussieren können und sich keine Gedanken um Nebensächlichkeiten machen müssen.

Finanzielles

Um unnötige Kosten zu vermeiden und nicht aus eigener Tasche zahlen zu müssen, ist es wichtig, dass Sie die Empfehlung des Haus- oder Facharztes bekommen. Ergänzend ist zu empfehlen, einen Selbsthilfebogen beizulegen. Hier sollten die Belastungen der Mutter genauer beschrieben sein, um den Kurbedarf für die Krankenkasse näher zu verbildlichen.

Zudem ist es empfehlenswert, Ihre Wunschklinik anzugeben, da Sie ein Wahlrecht haben. Der Kurerfolg steht im Vordergrund und daher sind Sie berechtigt, mitzubestimmen. Der Selbstkostenanteil beträgt nur 10 Euro pro Kalendertag, es sei denn, Sie sind privatversichert. In diesem Fall werden die Kosten bei einer Mutter-Kind Kur für die Mutter komplett übernommen. Die Kosten für das Kind werden selbst getragen, sofern das Kind selbst nicht auch behandlungsbedürftig ist. Berufstätige Mütter haben während der Kur Anspruch auf Freistellung von der Arbeit bei vollständiger Lohnfortzahlung. Es ist also nicht notwendig, Urlaubstage in Anspruch zu nehmen.

Nach der Kur

Der Abschlussbericht, der den Verlauf und Erfolg der Kur beschreibt, geht an den Hausarzt, der die Kur empfohlen hat. Er kann anhand der Informationen weitere Behandlungsmethoden vorschlagen und die weitere Vorgehensweise mit Ihnen absprechen.

Bei der Rückkehr in den Alltag ist es wichtig, nicht in alte Verhaltensmuster zu fallen und das aus der Kur Gewonnene umzusetzen. Sprechen Sie mit ihrem Lebenspartner und versuchen Sie, gemeinsam die Aufgaben, die vor ihnen liegen, zu meistern.

Falls Ihre Partnerschaft unter der postnatalen Depression gelitten hat, sollte sich die Kur positiv auf Ihre Beziehung auswirken. Eine glückliche Partnerschaft kann zu einer vollen Genesung beitragen.

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